

Deutscher Markt für Serviced Apartments: Zahlen, Trends & Ausblick | stay awesome
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Serviced Apartments sind in Deutschland vomNischenprodukt zum festen Bestandteil des Beherbergungsmarkts geworden. Immermehr Betreiber, Projektentwickler und Investoren drängen in das Segment – unddie Zahlen erklären, warum. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Marktdatenzusammen: Wie groß ist der Markt, wie performt er, wer sind die Player, undwohin entwickelt er sich?
Marktgröße: Wachstum trotzBaukrise
Der deutsche Markt umfasste im Frühjahr 2022rund 40.000 Serviced Apartments in etwa 750 Häusern mit mindestens 15 Einheiten– Tendenz seither klar steigend. (Quelle: Apartmentservice,Marktreport Serviced Apartments 2022)
Und das Wachstum hält an: Bis Ende 2027 soll dasSegment in Deutschland um rund 27 Prozent zulegen. Bemerkenswert ist, wie neueKapazität entsteht: Statt klassischer Neubauten kommen zunehmend Konversionenauf den Markt – ehemalige Hotels und Büroflächen werden zu Apartmenthäusernumgebaut. Ein Modell, das in Zeiten hoher Baukosten und leerstehender Bürosdoppelt Sinn ergibt. (Quelle: Apartmentservice, 2024)
Performance: Das Segment schlägtdie Hotellerie – seit Jahren

Die Kernkennzahl des Markts ist die Auslastung,und hier ist das Bild eindeutig: Serviced Apartments liegen imJahresdurchschnitt konstant und deutlich über der klassischen Hotellerie.
• 2019: Serviced Apartments 79 %, Hotellerie 72 % –solide Vorkrisenwerte auf beiden Seiten.
• 2020: Der Stresstest: Serviced Apartments hielten 54 %Auslastung, die Hotellerie fiel auf 30 %. 92 % der Apartment-Betriebe bliebendurchgehend geöffnet.
• 2021: Serviced Apartments 61 % gegenüber 31 % in derHotellerie – zeitweise über 40 Prozentpunkte Abstand.
• 2022: Mit 80 % Auslastung überholte das Segment seineigenes Vorkrisenniveau, die Hotellerie erholte sich auf 59 %.
• 2023–2025: Die Auslastung blieb mit 82–83 % aufRekordniveau und hielt sich auch 2025 stabil bei 81 %.
Quellen der Zeitreihe: ApartmentserviceMarktreport (Serviced Apartments), STR (Hotellerie), Wüest Partner HospitalityReport 2024. (Jahresdurchschnittswerte Deutschland)
Die Nachfrage verändert sich
Lange war das Segment fest in der Hand vonGeschäftsreisenden und Projektarbeitern. 2025 stellten erstmals Freizeitgästemit rund 56 Prozent die Mehrheit der Buchungen. Gleichzeitig sank diedurchschnittliche Aufenthaltsdauer auf etwa sieben Tage, und dieDurchschnittsrate lag bei knapp 90 Euro pro Nacht.(Quelle: Apartmentservice, Marktreport 2026)
Für Betreiber bedeutet das: Die Zielgruppenwerden breiter, das Produkt bleibt flexibel. Häuser, dieLongstay-Basisauslastung mit Shortstay- und Leisure-Nachfrage kombinierenkönnen, sichern sich beides – Stabilität und Rate.
Anbieterlandschaft: EtablierteMarken und schnelle Herausforderer
Marktführer nach Einheiten sind die Adina Hotelsmit über 2.200 Apartments, gefolgt von den Living Hotels und den Accor-Markenrund um Adagio. (Quelle: Apartmentservice)
Die größte Dynamik kommt allerdings von denwachstumsstarken, digital getriebenen Konzepten: limehome, ipartment, Stayeryund Rioca gehören zu den Playern mit den meisten Projektankündigungen. IhrRezept: schlanke, teils vollautomatisierte Betriebsmodelle, die sich schnellauf neue Standorte und Bestandsgebäude übertragen lassen.(Quelle: Apartmentservice, 2024)
Daneben existiert ein breites Feld unabhängiger,regional verwurzelter Häuser – gerade in B- und C-Städten, wo lokaleMarktkenntnis und direkte Firmenkundenbeziehungen mehr zählen als eininternationaler Markenname.
Der Blick nach vorn: Warum nochLuft nach oben ist

Trotz des Wachstums bleibt der deutsche Markt iminternationalen Vergleich unterversorgt: In Großbritannien und den USA ist dasExtended-Stay-Segment gemessen am Gesamtmarkt deutlich größer. Gleichzeitigwachsen die Nachfragetreiber strukturell weiter – Projektarbeit,Fachkräftezuwanderung, flexible Arbeitsmodelle und angespannte Wohnungsmärkte,in denen möblierte Einheiten oft die einzige kurzfristig verfügbare Wohnlösungsind.
Drei Entwicklungen sollten Investoren im Blickbehalten:
• Konversionen: Umnutzungen von Hotels und Büros werden zumwichtigsten Wachstumskanal – mit oft attraktiveren Einstandskosten als Neubau.
• Ratendruck: Steigender Wettbewerb und wachsendes Angebotsetzen die Durchschnittsraten unter Druck. Standort- und Betreiberqualitätentscheiden stärker denn je.
Automatisierung: Digitaler Check-in undautomatisierte Prozesse senken die Betriebskosten weiter – das Segment bautseinen strukturellen Margenvorteil gegenüber der Vollhotellerie aus.
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Fazit
Der deutsche Serviced-Apartment-Markt kombiniertetwas, das im Immobilienmarkt selten geworden ist: nachgewieseneKrisenresilienz, stabile Auslastung über 80 Prozent und strukturelles Wachstumbis mindestens 2027. Wer die Risiken – Ratendruck, Betreiberqualität,Mikrostandort – sauber prüft, findet hier eines der interessantestenHospitality-Segmente Europas. Wir bei stay awesome betreiben das Modell inKassel selbst, unter anderem mit den Himmelsstürmer Apartments, den StadtparkApartments und unserem BoardingHouse – und sehen die Marktzahlen in der eigenenPraxis bestätigt.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Serviced Apartments gibt es in Deutschland?
Zuletzt umfassend erhoben: rund 40.000 Einheitenin etwa 750 Häusern (Apartmentservice, 2022) – mit einem prognostiziertenWachstum von rund 27 Prozent bis Ende 2027.
Wie hoch ist die Auslastung von Serviced Apartments inDeutschland?
In den letzten Jahren konstant über 80 Prozentim Jahresdurchschnitt – und damit deutlich über der klassischen Hotellerie.
Wer sind die größten Anbieter?
Marktführer nach Einheiten sind die AdinaHotels, gefolgt von Living Hotels und den Accor-Marken um Adagio. Die stärkstenWachstumspipelines haben Player wie limehome, ipartment, Stayery und Rioca.
Ist der Markt schon gesättigt?
Nein. Im Vergleich zu Großbritannien oder denUSA ist das Segment in Deutschland weiterhin klein, während dieNachfragetreiber – Projektarbeit, Fachkräftemobilität, Wohnungsknappheit –strukturell wachsen.